Am vorigem Sontag war Sie ja eingetrudelt , in München aus der Ukraine .
Hat sich 1 Woche dort mit Enkelchen Mariella rumm geärgert , die größer geworden ist und lauter ....
Hat Sie auf dem Rücken um die Pfützen herumm getragen , nach dem Kindergarten und noch auschimpfen lassen von Lena weil der Schlitten geklaut war vom Kika Eingang wegg . Der war noch nie geklaut , sagt die und Galina war sauer . ( Der war ja auch das erste Mal , diesen Jahres , daß der Schlitten eingesetzt war ... und jetzt iss er wegg , sag ich grinsend )
Jetzt liegt die Gute nebenann und pennt noch ,, war mit einer Mitfahrgelegenheit Gestern Nachmittag hier bei mir , kurz vor Leipzig quasi eingetrudelt . Hat sich umgesehen ..nichts gesagt ..aber vermutlich wars nich so schön sauber alles , wie Sie,s hinterließ .
Heute müssen wir noch einkaufen damit die Mäuse nicht sterben müssen , die weinend im Kühlschrank saßen als Sie rein guckte wie Sie sich ausdrückte und am Abend muß ich dann auf Nachtschicht ....brrrr kalt bei uns
So ... Nachtschicht beendet und gut Nachause gerutzscht
Galina schläft noch ....
Hatte mir Gestern aber noch erzählt , der Vollständigkeit halber sei es erwähnt , der besagte Schlitten war nach zwei Tagen wider da . Der ehrliche Bandit hatte denselben klammheimlich wider am KiGa abgestellt .
Heute kann ich ausschlafen denn Einkäufe sind erledigt und meiner harren theoretisch heute keine Aufgaben .Es steht aber zu fürchten , sie wird doch was finden .. mich zu beschäftigen . Denn Müßiggang wäre der Laster Anfang oder so ..Wie dem auch sei , es ist kalt draußen und nix für Mamas Sohn
Kommt gut überall hin wohin Ihr wollt /müßt Gruß ! Robert
Werde hier kunterbunt , wie das Leben so spielt .... , immer mal Beiträge einstellen .
Sie erzählen aus meinen Leben , repektive dem meiner Lieben . Und mögen Euch erheitern oder auch nachdenklich machen .... nichtsdestotrotz [ Ich hoffe es wird hindurch schimmern durch meine Zeilen ] aber sie sollen sagen , man darf sich den Optimismus nicht nehmen lassen .
Egal , wie es einen auch manchmal beuteln mag , das Leben .......
Die Wolga ist ist schon immer der Schicksalsfluß Rußlands gewesen , auch Mütterchen Wolga genannt und in vielen Liedern besungen . Das Bild die Wolgatreidler wird jeder kennen , von Stalingrad jeder gehört haben ....
Große Schiffe fahren darauf , teils sehen sie aus als nur vom Rost zusammengehalten , teils bringen sie ganze Ladungen Touristen nach Uljanowsk .
Das alte Simbirsk , [ Uljanowsk ] - nach einem Mann benannt welcher – so hier jetzt die gängige und den Kindern in der Schule beigebrachte Meinung – als Spion und bezahlter Handlanger vom deutschen Generalstab extra importiert wurde , um den 1 . Weltkrieg zu torpedieren . Nun das gelang ja nicht schlecht , nur machte der Mann sich selbständig und es begann eine jahrzehntelange und Millionen – Toten - schwere Leidensgeschichte ....
So etwa erklärte mir Irinka , ( mein altkluges Töchterchen in der 2. Klasse damals ) ihre Ablehnung als ich äußerte , nachdem ich nun etliche Monate schon in der Stadt war aber nie Lenins Geburt,s oder Schulhaus besuchte , mein Interesse mal hin zu gehen . Und schloß mit dem Bemerkenswerten Fazit – „Da verpasst Du nichts , lass uns lieber an die Wolga gehen“
Schön ist sie die Wolga , breit und majästetisch ewig könnte ich am Ufer sitzen und gucken . Wenn nicht ständig Touristen vorbei kommen würden . Man sieht ihnen an dass sie das Geld haben auf den Luxus – Flussdampfern zu reisen . Meist alte Männer , Intelligenzler oder Kulurtouristen und meist mit alten aufgeputzten arroganten Weibern . Manche aber auch mit ausgesprochenen Rasse – Frauen an ihrer Seite .
Gestern regte sich so,n Vogel auf , „kein Wunder dass hier alles den Bach runter geht – sollten lieber arbeiten statt hier in der Sonne zu faulenzen“ und seine Tussi „ Ja Eberhard – und nicht mal ein ordentliches Restaurant mit deutscher Küche ...“ Aber als die „ Dame „ mich dann noch anmachte „ Sie – Mann , sie wollen Geld ? Tragen sie Koffer ! Sie verstehen ? Koffer bis Hotel , dann 20 Rubel !“ ( 78 Cent ) da war,s mit meiner Geduld ( mit meinen bundesdeutchen Landsleuten ) vorbei .... Schieb ab – Alte ! , steck Dir deine Kröten sonst wohin ! Knurrte ich vor Wut , Irina lachte laut los Und der Göttergatte find dann ( aus sicherer Entfernung ) an zu schimpfen ..... „siehst Hilde – das sind sie , die von der Russenmafia . Erst in Deutschland die dicke Kohle machen und dann hier Touristen beleidigen .... Schließlich bringen wir das Geld ins Land“
Aber es gibt auch andere .
Einen uralten Mann , jeden Tag steht er an der selben Stelle und angelt . Einmal , vor 2 oder drei Jahren sind wir ins Gespräch gekommen . Deutsch kann er , wenn auch etwas holprig . Dieses Jahr nun – nachdem wir ein paar mal Small Talk hatten – fasste er Zutrauen und fragte mich über das Leben aus . Wie Deutschland jetzt aussieht und so . Wie man da lebt , und ob Wittenberg noch steht ....
Nun ist Wittenberg in meiner Nähe , ich kenne die Lutherstadt und schwamm als Knirps in Piesteritz im Schwimmbad Wettkämpfe . Nach mehrmaligem Zureden kam er dann mit in mein Quartier und ich holte ihm ein paar Seiten vom Internet über Wittenberg . Bei manchen alten Stadtansichten wurde er richtig aufgeregt . Und dann , erfuhren wir seine Geschichte . Ein Polizist war er , ganz jung noch , als der Polenfeldzug begann . Er meldete sich freiwillig wegg aus dem beschaulichen Wittenberg , und kam in eine Polizei Sondereinheit . ( wie er sich ausdrückte ) schlimmes hat sich da abgespielt hinter der Front sagt er .
Ich nickte und bekannte , einiges über die „ Einsatzgruppen“ zu wissen – fast währe es das Aus für unser Gespräch gewesen . Doch dann , nach einer langen Pause – ja so war das , aber ich habe meine Schuld gesühnt ... Fast 20 Jahre hat er in einem Lager verbracht unter härtester Zwangsarbeit . Und dann , entlassen hat ihn eine gute Seele aufgenommen . Gefüttert , gewaschen und bemuttert – monatelang . Bis er wieder ein Mensch war . Sie sind schon wunderlich die Russinen . ... Er brachte es nie über,s Herz ihr zu sagen , dass er Deutscher ist und wie viele ihresgleichen er auf dem Gewissen hatte . Und er brachte es nie übers Herz sie zu verlassen oder seine Herkunft zu offenbaren .
Aber ohne das bekam er nie einen Pass . Abgesehen davon das seine kleine Rente auch nie auch nur fürs Nötigste reicht . Und jetzt ist sie schon lange tot , seine Veronika ... und er fängt sich sein Essen im Fluß . Dann steht er schwankend auf - bedankt sich sehr herzlich bei mir für die Auskünfte und daß er Wittenberg , wenn auch nur auf dem Bildschirm noch mal sehen konnte .... Und ich sitze lange da , und weis nicht was man da sagen soll . Und ich ärgere mich über mich selber , zumal mir Ljuda mit psychologischer unerbittlichkeit Vorwürfe macht . Ich hätte ihm nichts erzählen sollen , und keine Bilder zeigen sollen - wie furchtbar muß jetzt in diesem alten Mann das Heimweh brennen .....
Oder den Fährmann .
Der war mal Kapitän der großen Fahrt . ( Man wird wissen was das bedeutet – ich denke mal die höchste Prüfung für Kapitäne ) bis 1992 war er noch in der Kriegsmarine . Immerhin Kapitän zur See war er und einen Lenkwaffenzertörer kommandíerte er . Dann war er auf einmal nichts mehr ...
In Uljanowsk ist er , weil die Fahrkarte damals zu seiner Entlassung nur bis dorthin reichte . Er dachte , irgendwie würde er schon weiter kommen , auf seiner Heimreise vom Schwarzen Meer in den hohen Norden . Aber nie reichte das Geld für das letzte Stück . Jetzt ist er Anschläger an der Fähre . Er macht auf dem diesseitigen Ufer die Leinen fest , wenn sie im Stunden Tackt kommt . Und manchmal weint er vor Freude .... nemlich wenn der erste Fährmann krank wird . Oder mal was vor hat . Denn dann und nur dann , darf er das Steuerrad berühren und die Fähre die 300 m über die Wolga lenken . Schlafen kann er nur zwischen 00:00 Uhr und 05:00 Uhr , wenn die Fähre ruht . In der Kammer für die Seile und Ersatzteile . Und Lohn gibt’s nur von April bis Anfang Oktober ... je nach Eislage . Über die Marine spricht er nicht . Auch nicht über die Kursk oder wie es weitergeht in der Zukunft . Ich kann nicht mehr denken sagt er .... ich sehe immer nur ob ich übers Wochenende zu essen habe .
Als Junge hatten wir in Demmin Hühner . Und der Opa schob ein paar Enteneier unter Zwecks Ausbrütung . Es war eine Gaudi hoch fünf , als die Zeit kam , dass die kleinen Kücken mitten in dem Hühnervolk rummhechelten , ohne den dummen Mutter – Hühnern aufzufallen . Und es war ein ausgesprochenes Vergnügen , die Gatter der Hühner an die Peene zu öffnen . Die Hühner selber blieben ja am Ufer , aber die Entenkücken – hast Du nicht gesehen rein in die Peene . Ein Specktakel ging dann immer los ... die Mutter Hühner rannten laut aufgeregt gackernd am Ufer rumm ... Während die kleinen Enten sich absolut nicht stören ließen und weiter planschten ..... ( Heute weis ich natürlich , dass das verwerfliche Seelische Grausamkeit war .... damals war ,s nur lustig )
Aber Baden ist eben eine feine Sache
Zumal wenn es 35 °C sind und das Softeis , oder was immer man hier als Maroschenoje verkauft ... will man nicht krank werden , lieber nicht seinem Magen/Darmtrackt zumutet . Die Wolga hat 18°C , sie ist rein visuell sauber und will man den örtlichen Zeitungen glauben , auch bakteriologisch ok . Hier oberhalb der Stadt mag das – so hoffe ich – stimmen . Weiter Stromabwärts , bei der Atommüll – Aufbereitungsanlage , die man den einheimischen Jahrzehnte – lang als Munitionsfabrick verkaufte , und die schön edyllisch am anderen Wolga – Ufer liegt , bin ich mir da nich so sicher . Allerdings hat Mütterchen Wolga auch eine ganz schöne Strömung . Und so trauen sich , wohl wissend , dass in tragischer Regelmäßigkeit nich alle Badehungrigen wider raus kommen ... ( manche werden Stromabwärts am Eingang zum Wolga – Meer in , zumeist illegalen Reusen gefunden , andere tauchen nie wider auf ) Viele Einheimische gehen nicht ins Wasser , können Nichtmahl Schwimmen . Wie Ljudka auch nicht .
Doch sind es nur 500 m zum Ufer und bei der Affenhitze und dem wider mal abgestellten Wasser , ist es schwehr Irinas Betteln zu widerstehen . Zumal ich ihr auf dem Markt beim Vietnamesen , einen schicken ( und unter uns gesagt , super Sexy aussehenden ) Bikini gekauft habe . Sie weis natürlich , die Situation ist günstig , Mama ist dienstlich unterwegs und wir so ohne Aufpasser ,,,
Es ist herrlich zu planschen und den Kids zu zu sehen . Ein paar Jungs haben irgendwo her einen riesen – Reifen Und auf den versuchen jetzt eine Horde Jungs und Mädchen – und ich mit – zu klettern . Aber meistens bevor man richtig oben ist , schubst jemand das Ding um und man liegt wider im Wasser . Nur manchmal – schließlich dürfen wir nich in die Fahrrinner treiben – unterbrechen wir und schwimmen sammt Reifen zurück ans Ufer . Jedenfalls solange , bis Ljudka auftaucht ....
Woher sie weis , dass sie uns hier findet weis ich nicht , aber auf jeden Fall war sie da und begann uns zurufen . Wir ( in unserem jugendlichem Übermut ) taten so als sahen wir sie nicht , und hörten wir sie nicht ..... Das hätte zumindest ich , der Erwachsene , eigentlich besser wissen müssen . Denn jetzt begann sie aufgeregt hin und her zu laufen ... sehr zum Gaudi der anderen zahlreichen Zuschauer , die sich wohl wunderten was für Verrückte da so im Wasser rummtollen . Die Rufe , erst noch verträglich in russisch und deutsch wurden zunehmend unleidlicher ... Bis meine ( sonst so beherrschte und friedliche kleine Maus ) anfing zur rasenden Furie zu mutieren – Und mit derben tatarischen Flüchen ( das immer das obergemeine von ihr .... da versteh ich nemlich nich mal ansatzweise ) begann sogar mit Knüppeln und Steinen ( gezielt !!! ) nach mir zu schmeißen ....
Spätestens jetzt war mir klar , wollte ich nich nen Zünftigen Krach oder gar Straf – Liebesentzug riskieren – Jetzt mussten wir sofort raus . Wir kamen raus ( Irina bewundernswürdig ruhig – aber gleichzeitig so was von abgebrüht ihrer Mammutschka gegenüber , dass ich wider mal staunte ) und ich in höchster Anstrengung ... meine Beherrschung zu behalten ... Denn zu sehr hatte mich meine Liebe an die verzweifelt am Ufer rummgackernden Hühner erinnert – dass es mir viel abverlangte ... nicht laut los zu prusten . Nun meine Liebe sah mir natürlich an – dass ich sie ( völlig unpädagogisch vor Töchterchen ) nich so richtig ernst nehme und mein „ Arme Sünder Gesicht“ war wohl auch nicht sehr überzeugend .
Spät erst am Abend , zum Glück wahren Gäste da die die Spannung verminderten , konnte ich die Situation dann auflösen . Indem ich scheinbar ohne Bezug begann über meine Hühner und Enten in Demmin zu erzählen . Irina schnallte als erste das Gleichnis und begann zu johlen , bis kurz darauf Ljuda ihr „ Ich bin jetzt ernst !“ Gesicht auch nicht mehr halten konnte . Aha – ich bin also ein dummes Huhn ..... sagte sie mit der Faust über den Tisch drohend ... Dann erzählte sie unsere Verwerfliche Eigenmächtigkeit den Gästen , welche sich vor Lachen bogen ....
Und ich wusste , die drohende Verbannung auf die nächtliche Terrasse ist ausgesetzt .
Außerhalb des Kasernenkomplex,es in einem wunderbaren Park steht eine Theatermuschel . Ne kleine Bühne mit so komisch runden vorgezogenen Dachsegmenten , in Kurorten gibt es so was öfter , Ihr kennt vielleicht was ich meine .. Bänke ringsum , und hauptsächlich Alte drauf hockend teilweise trinkend . Auf der Bühne eine Militärmusik – Kapelle , ich glaub Miliz . Sie spielen Militärmärsche und andere Stücke . Es ist noch ein wenig Zeit und Ljuda und ich setzen uns hinten von allen unbeobachtet kurz hin . Und als ein Walzer gespielt wird ...
Es ist ein ganz berühmter Walzer ... ich kenne ihn nur aus alten Kriegsfilmen , brüllt ein dürrer alter Mann auf – torkelt zur Kapelle und brüllt weiter rumm .
Ein kräftiger junger Mann greift sich den Opa und führt ihn ab .... an meiner Bank vorbei – die Musik abgebrochen als er vortorkelte ... setzt wieder ein und der Walzer ( dieser alte berühmte , der seinerzeit gespielt wurde , wenn sich die Soldaten von ihren Frauen verabschiedeten ... um an die Front zu fahren ) wird erneut angestimmt .
Vielleicht sind dem Opa die Erinnerungen zu heiß hoch gekommen , denke ich oder der Alkohol war zuviel ich weis es nicht . Und doch ist mir als führte man mich ab . Zu gut weis ich noch wie elend ich mich manchmal fühlte . Zu gut weis ich , ohne Ljuda hätte ich mich wohl bis jetzt bereits tot gesoffen oder wäre nach Albträumen einfach vom Dach gesprungen .
Ich höre gern Militärmusick , richtig melancholisch werd ich bei manchen Stücken ... doch jetzt sitzt ein Kloß im Hals . Den alten Mann ( ne Menge Orden und Medaillen hatte er am Anzugrevers ) im Kopf , fällt die tägliche Grausamkeit , wie sie hier ihre Veteranen behandeln wider mal auf ..... Mir ist die Ruhe und Freude vergangen .
Weis ich doch , dass nach den letzten Jelzinschen Reformen jetzt , Veteranen nicht mehr Holz aus den Wäldern holen , oder Beeren / Pilze sammeln dürfen um sie zu verkaufen , dass Medizin nicht mehr kostenlos abgegeben und Bus / Regionalbahn – Tickets nicht mehr verbilligt an Weltkriegsveteranen ausgegeben werden ... Dass Afganistan – Veteranen jetzt keinen Anspruch mehr auf ärztliche Betreuung durch das Militär haben - und zu tausenden aus den Reha – Heimen ( unsere Asylbewerberheime sind übriegens oftmals komfortabler ) zwangsexmitiert wurden ...
Um nur Beispiele zu nennen . Und wie zum Hohn auf meine bis Mittag angehaltene Hochstimmung sehe ich jetzt am Ausgang des Parkes mehrere eindeutig bettelnde , in abgerissen Militärsachen oder runtergekommenem ( aber mit Orden und Medaillen behafteten ) Ziviel Männer und Frauen sitzen . Wütend , ohne recht zu wissen auf wen eigendlich , springe ich auf und renne mehr als ich gehe , davon .
Ljuda sie wahr mir still gefolgt , als ich einfach aufsprang und loslief , hat ein ganz hartes Gesicht jetzt . Sie sagt nichts , erklährt nichts oder entschuldigt nichts .... sie weis , ich kenne viele Zustände ihres Landes und habe nie oberflächlich reagiert .... Und ich weis ( so gut kenne ich dieses harte Gesicht ) - wieder einmal schämt sie sich unendlich ...
Als währe sie Schuld an diesen Zuständen und daran , dass es seit nunmehr fast 10 Jahren statt endlich einmal besser zu werden für die normalen kleinen Leute , immer weiter immer schlimmer wird . Und wortlos sucht im Gehen ihre Hand meine ...diese fest drückend , und ich hab das Gefühl sie ist mir dankbar . Dafür das ich schweige oder einfach weil ich bei ihr bin und sie festhalte .
Und mich durchströmt , wann habe ich ihr das eigendlich im Alltagstrott das letzte mal gesagt ? frag ich mich , ... eine große Dankbarkeit dafür daß ich sie habe .... und ein Händedruck soviel sagen kann .
Vor allem wenn man,s doppelt nimmt und noch drei Kid,s groß kriegen will ( manchmal auch einfach nur satt ohne zu klauen ) aber leicht hat es einen . Will sagen , als es an der Zeit war , haben wir ...
Mehr noch meine Frau als ich , den sie schaffte die 12 Stunden - Schichten und nicht selten 24 Stundendienste im Medpunkt zu machen trotzdem aber die Kinder immer , wenn auch manchmal in abgetragenen - aber immer sauberen ! Sachen zur Schule zu schicken .
Zauberte immer - und sei es nur eine Bemme mit selbstausgelassenen Fett und einen Apfel - um Ihnen ein Pausenbrot mitgeben zu können usw. Wann sie wusch entdeckte ich nie und woher sie , als er mit der Briefwaage nur zu haben war auf dem Markt , den Kaffee nahm den ich Literweise soff als meine einzige Sünde quasi ... weis ich bis heute nicht . ..... also in Gorbatschov,s neuer Freiheit , haben wir gestrammpelt ohne Ende .
Es blieb einfach keine Zeit mal ab zu hängen oder großartig nach zu denken damals .
Natürlich waren das , nimmt man Kriege , die Gefahren der Kernkraft , die Erderwärmung oder andere echte große Probleme - - nur Stürme im Wasserglas sozusagen ....
Aber die Auschläge und Wellenhöhe ( um im bildhaftem Vergleich zu bleiben ) sind eben für die kleinen Menschlein in besagtem Glas dennoch gewaltig .
Erstmalig tauchte Sie auf , da war ich ungefähr 4 Jahre alt , die dicke Frau .....
Ob sie vorher schonmal da war weis ich nicht , wenn aber hat sie keinen bleibenden Eindruck hinterlassen . Hier jedoch hinterließ Sie ihn , den bleibenden Eindruck in jenem Hochsommer .
Die dicke Frau kam auf einmal wider , eigendlich hatte ich die schon völlig vergessen . Und ich aufgeweckt von den Stimmen im Nebenraum erkannte sie allein an Ihrer Stimme und ich wußte sie würde die Polizei holen , was sie auch promt tat . Aber sie fanden mich nicht .
Mein Vater hatte Recht behalten , sie ließ sich lange nicht sehen , die Dicke .
Aber eines Tages durfte sie doch wieder kommen . Mittlerweile war ich größer und hatte begriffen , die ist die ältere Schwester meiner Muttter , also meine Tante . Hieß bürgerlich Helene und meine Mutter klammerte sich obwohl deren Verhältnis immer eigenartig gespalten war und blieb an Sie , denn alle anderen Verwandtschaften waren auf der großen Flucht aus Ostpreußen verloren gegangen . Tante Lenchen zu sagen sträubt sich in mir bis heute alles ... denn immer wenn Sie und ich uns trafen in alle den Jahren , gab es Ärger mit der dicken Frau
Mal wieder hat es heute den ganzen Tag geregnet, regen ist normalerweise nicht besonders gut für Tomaten. Die Tomaten bekommen von zuviel Feuchtigkeit Braunfäule, die Blätten und die Früchte werden braun bzw. schwarz. und die Tomatenpflanze geht zugrunde. Aber glücklicherweise sind die von mir gepflanzten russischen Tomatensorten geschützt in meinem Gewächshaus.
Heute war es nun soweit, ich habe mir Zeit genommen die Tomaten auszugeizen. Als Ausgeizen wird das Abbrechen der Nebentriebe bezeichnet. Und wenn man einen guten Ertrag an Früchten bekommen möchte - schließlich soll mein russische Oksenherz der Größte werden - sollte man auf jeden Fall die Nebentriebe ausgeizen. Hier ein Bild wie ich einen Nebentrieb abgebrochen habe:
In meinem Gewächshaus hab ich die folgenden russischen Tomatensorten eingepflanzt: scholti Limontschik (=gelbe Limone), orangiwi Gigant (=oranger Riese) und krasnoje Bischeje serdze (roter Oksenherz). Nachdem ich alle Nebentriebe abgebrochen habe, sah es so in meinem Gewächshaus aus. Wie man sieht hab ich auch einiges mehr als nur Tomaten eingepflanzt. Am Wegrand gibt es noch Radieschen und Karotten. Die ersten Radieschen hab ich bereits geerntet und die Karotten sind hoffentlich auch bald soweit. Die abgebrochenen Triebe werfe ich immer auf den Boden unter die Tomaten.
So das wäre es jetzt vorerst mit meinem Bericht zu meiner Zucht der russischen Tomaten in meinem Garten. Es würde mich freuen, wenn der eine oder andere sein Senf dazu gibt, oder von seinen Zuchversuchen berichtet. Zum Abschluß noch ein Bild einer meiner blühenden Tomaten, leider weis ich nicht genau um welche Sorte es sich handelt.
Der Frühling hat nun auch in Sibirien Einzug gehalten. So gab es am 2.Mai in Barnaul 25° Wärme, da war es bei uns kühler. Mit der Schnee- und Eisschmelze gibt es natürlich auch wieder die obligatorischen Überschwemmungen. In Moskau hat es heute 23° und bei uns nur 16°
heute am 5.Mai wieder die selbe Sch... bei uns gerade mal 12° man sollte wirklichden Pelzmantel rausholen. Die Moskauer habens da mit 25° wesentlich besser. Sogar die Jakuten im Fernen Osten sind mit 15° besser wie wir dran. Zum Glück haben wir keine solchen Unwetter mit Überschwemmungen wie in der französischen Riviera.
Heute am 6. Mai hat sich das Wetter noch mehr verschlechtert, 7° bei uns ist echt besch... In Moskau hat es immer noch über 20° und in Karaganda, der ehemaligen Heimat unserer Russlanddeutschen sogar 25°. Bei den Jakuten ist es auch noch doppelt so "warm" wie bei uns. Schnefall ab 700 m ist angesagt. Wo soll das noch hienführen?
Am kommenden Wochenende soll es mit 15° wieder etwas besser werden, zumindest hört der ungemütliche Dauerregen auf. An die für Moskau angekündigten Temperaturen 28° und Karanganda 27° kommen wir jedoch bei weitem nicht ran. Die Teilnehmer am Tag des Sieges am 9.Mai werden ganz schön schwitzen.d