Alexander Schmorell wurde 1917 als Sohn eines Deutschen und einer Russin in Orenburg geboren. Seine Mutter starb, als Alexander 4 Jahre alt war. Die Familie emigrierte 1921 nach Deutschland und lebte in München. Mit den Schmorells war auch das russische Kindermädchen nach Deutschland gekommen. Alexander wuchs zweisprachig auf und gehörte zeitlebens der russischen orthodoxen Kirche an. Der Großvater mütterlicherseits von Alexander, war russischer Priester. Alexander besuchte in München das Realgymnasium und wurde 1937 zum Militär eingezogen wo ihn Kriegseinsätze auch nach Russland führten. Während seiner Militärzeit studierte Alexander mit Unterbrechungen Medizin. Alexander, der immer wieder Kontakt zu Wiederstandsgruppen hatte, verfasste zusammen mit seinem Freund Hans Scholl Flugblätter der Weißen Rose. Nach der Verhaftung und Hinrichtung der Geschwister Scholl, versuchte Alexander in die Schweiz zu fliehen, wurde jedoch gefasst und am 19.April 1943 in Stadelheim hingerichtet.
Im Rahmen einer Ausstellung zu der Geschichte der Russischen orthodoxen Kirche in Deutschland, die ich im Jahr 2000 konzipiert hatte, lernt ich den Bruder Alexanders Dr. Schmorell kennen. Dieser erzählte mir, wie er seinen Bruder einen Tag vor seiner Hinrichtung in Gefängnis besucht hatte und mit ihm ein letztes mal reden durfte. Dieser „Zeugenbericht“ hat mich damals enorm erschüttert und sich in meine Seele eingebrannt. 1999 wurde von der orthodoxen Kirche die Heiligsprechung Alexanders eingeleitet und er zählt heute wie die Zarenfamilie zu den Neumärtyrern der ROK.
Alexander ist ein Mensch, der im Alter von 25 Jahren sein Leben für eine edle Sache gegeben hat und er ist ein Mensch, der uns Russen und Deutsche verbindet und auf den wir gemeinsam stolz sein können.
Ikone von Alexander Schmorell